Petticoats, Rock ’n’ Roll und ein überraschender Arron Walker
Petticoats, glänzende Bühnenoutfits und jede Menge Rock ’n’ Roll: Im Silbersaal des Deutschen Theaters war am Samstagabend unschwer zu erkennen, worum es ging. Die Elvis Presley Roadshow hatte zum zweiten Mal ihre Türen geöffnet und auch am zweiten Veranstaltungstag war kein Platz mehr frei.
Während draußen eher herbstliche Temperaturen herrschten, hatten sich einige Besucherinnen in ihre schönsten Petticoats geworfen. Auch bei den Herren war das eine oder andere stilechte Outfit zu entdecken. Man merkte schnell: Hier waren nicht nur Konzertbesucher gekommen, sondern Menschen, die ihre Begeisterung für die Musik und die Zeit rund um Elvis Presley auch gerne nach außen tragen.
Pünktlich um 20 Uhr eröffnete Jacky Cleever den ersten Teil des Abends. Nach einer kurzen Einführung bat er Sunny Bee als erste Sängerin auf die Bühne.
Für die musikalische Begleitung sorgten die Croackers unter der Leitung von Chris Aron. Wer Chris Aron kennt, weiß, dass hier ein Musiker mit jahrzehntelanger Bühnenerfahrung am Werk ist, der sowohl vor als auch hinter den Kulissen erfolgreich seinen Weg geht. Sein musikalisches Repertoire ist breit gefächert und reicht von Buddy Holly bis Simon & Garfunkel. Gemeinsam mit seinen Musikern brachte er eine wunderbare Mischung aus Spielfreude, musikalischer Qualität und dem besonderen Spirit der 50er-Jahre auf die Bühne. Die Croackers waren dabei weit mehr als eine Begleitband – sie prägten den musikalischen Charakter des Abends ganz entscheidend.
Nach Sunny Bee stand Chris Aron selbst auf der Bühne. Im weiteren Verlauf des ersten Teils griff auch Jacky Cleever zum Mikrofon und brachte seine Leidenschaft für Country Music mit viel Gefühl und Authentizität zum Ausdruck.
Anschließend übernahm Dominic Moews das Publikum und brachte es weiter in Stimmung, bevor er auf den besonderen Gast des Abends vorbereitete: Arron Walker.
Dominic Moews zeigte dabei, dass Rock ’n’ Roll keineswegs nur eine Musikrichtung für die Generation ist, die mit Elvis aufgewachsen ist. Mit seinen jungen Jahren steht er für eine Generation, die diese Musik nicht nur bewundert, sondern selbst lebt und weiterträgt. Besonders sympathisch: In den Pausen zwischen seinen Auftritten hielt es ihn offenbar nicht lange am Bühnenrand. Gemeinsam mit seiner Freundin legte er neben der Bühne eine flotte Sohle aufs Parkett. Bleibt zu hoffen, dass er mit seiner Begeisterung auch andere junge Menschen für diese Musik gewinnen und damit für frischen Nachwuchs in der Szene sorgen kann.
Arron Walker – eine überraschende Begegnung
Ich gebe zu: Mit Elvis Tribute Artists, kurz ETA, werde ich persönlich nicht immer warm. Das liegt keineswegs daran, dass ich den Künstlern ihr Können abspreche. Elvis Presley lässt sich ohnehin nicht ersetzen. Was mich bei manchen Darbietungen eher stört, ist das für meinen Geschmack übertriebene Showelement. Manchmal ist es einfach ein bisschen zu viel von allem und trifft damit nicht meinen persönlichen Geschmack.
Bei Arron Walker allerdings war das anders. Er hat mich wirklich überzeugt!
Was er auf der Bühne zeigte, war beeindruckend. Da stimmt nicht nur die musikalische Leistung, sondern auch der Charme, die Ausstrahlung und das Gespür für eine große Bühnenpersönlichkeit. Walker gelingt es, etwas von der besonderen Präsenz und dem Charisma Elvis Presleys einzufangen, ohne dass seine Darbietung auf eine bloße Kopie reduziert wirkt.
Wer Elvis nie selbst live erleben konnte, bekommt bei einem solchen Auftritt zumindest eine Ahnung davon, wie es gewesen sein könnte. Und das ist durchaus ein Kompliment.
Auch optisch hatte Walker einiges zu bieten. Bereits im ersten Teil präsentierte er sich in einem anderen Outfit, bevor er im zweiten Teil mit einem glitzernden, funkelnden Jacket noch einmal einen ganz eigenen Akzent setzte. Das gehörte einfach zu einer Show, bei der auch das Auge nicht zu kurz kommen sollte.
Für den passenden vokalen Hintergrund sorgten während des gesamten Abends die Finest Voices. Das Trio, bestehend aus Sunny Bee, Manni Becker und Mathias Sauter, begleitete die Künstler als Background-Chor und rundete den musikalischen Gesamteindruck hervorragend ab. Auch Chris Aron und Dominic Moews ließen es sich nicht nehmen, immer wieder selbst gesanglich einzusteigen. So ergaben sich schöne musikalische Momente, in denen die einzelnen Künstler miteinander harmonierten.
Tanzen, mitsingen und mitklatschen
Dass die Veranstaltung bestuhlt war, schränkte die Bewegungsfreiheit natürlich etwas ein. Dennoch hielt das einige Gäste nicht davon ab, sich an den Seiten der Stuhlreihen einen kleinen Platz zum Tanzen zu suchen. Es wurde mitgeklatscht, mitgesungen und die Stimmung war lebendig. Ein bisschen mehr Platz für spontane Tanzeinlagen hätte dem Abend allerdings gutgetan.
Der Silbersaal erwies sich als passende Location für die Veranstaltung. Das Ambiente bot einen schönen Rahmen für die unterschiedlichen musikalischen Beiträge und passte auch optisch hervorragend zum Charakter der Roadshow.
Auf den Spuren von Elvis durch München
Schon am Samstagvormittag stand für die Elvis-Fans ein zusätzlicher Programmpunkt auf dem Plan. Unter dem Titel „Auf den Spuren von Elvis“ ging es durch München zu den Orten, die Elvis Presley während seines Aufenthalts 1959 besucht hatte.
Damals verbrachte Elvis einige Tage in München und war dabei auch mit der Schauspielerin Vera Tschechowa unterwegs. Die Führung von Klaus Kettner und Andreas Roth führte zu Stationen, die Elvis sowohl gemeinsam mit Vera Tschechowa als auch unabhängig von ihr besucht hatte. Ein interessanter Blick auf eine weniger bekannte Episode aus dem Leben des King, der das Konzertprogramm um eine historische Facette ergänzte.
Die Elvis Presley Roadshow bot damit nicht nur einen abwechslungsreichen Konzertabend, sondern auch ein zusätzliches Erlebnis für alle, die sich intensiver mit der Geschichte des King und seiner Verbindung zu München beschäftigen wollten.
Für mich persönlich bleibt vor allem die Erkenntnis, dass man auch als eher kritischer Beobachter von Elvis Tribute Artists durchaus positiv überrascht werden kann. Arron Walker hat jedenfalls gezeigt, dass es möglich ist, mit musikalischem Können, Charme und einer überzeugenden Bühnenpräsenz einen eigenen Eindruck zu hinterlassen.
Vielen Dank an die Veranstalter und unsere Kollegin Kirstin Dittrich – K3-Foto.


















