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Interview: Callider aus Nürnberg

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Intro

Hallo Stefan, könntest du dich bitte mit ein paar Worten kurz vorstellen?
Hi, ich bin Stefan Lange, der Typ hinter Callider, einem Metal-Soloprojekt. Ich lebe in Nürnberg und stamme aus Oberbayern. Musik war schon immer ein wichtiger Bestandteil meines Lebens: von den Plattensammlungen meines Vaters (Deep Purple, Pink Floyd, Black Sabbath) über meine erste Band Gatecrusher bis heute. Callider ist mein künstlerisches Outlet.

Wie entstand Callider und warum als Solo-Projekt?
Callider entstand aus einer Pandemie-Pause und ungenutzten Song-Ideen. Als Familienvater und Berufstätiger brauchte ich eine Form, die mir Flexibilität gibt – ohne die Zwänge einer Band. Der Name setzt sich aus „Call“ (Botschaft) und „Collide“ (Kollision) zusammen: Kunst als Konflikt, als Aufeinandertreffen von Ideen. Ich arbeite mit einem Netzwerk aus Gastmusikern, meine wichtigsten Partner sind die Produzenten Ettore Rigotti und Dominik Back.

Für das neue Album gehst du auf die Suche nach universellen Werten. Was sind deine TopRules (10 Gebote quasi) im Leben?
Oh, das ist schwierig. Also 10 schaffe ich nicht, aber vielleicht ein paar.
– Definiere deinen Kompass und folge ihm.
– Sei neugierig.
– Hab Durchhaltevermögen, es lohnt sich.

Haben wir verlernt aus den Fehler / Irrtümern der Vergangenheit zu lernen?
Nein. Wir Menschen konnten das noch nie wirklich gut, zumindest nicht über einen längeren Zeitraum. Sobald die kollektive Erinnerung über mehrere Generationen verblasst, werden die gleichen Fehler wieder begangen. Schaut euch an: 300.000 Jahre menschliche und technologische Evolution und immer noch sterben Menschen an Hunger und Gewalt wie am ersten Tag. Ich sehe da keinen Lerneffekt.

Über das Album „The Explorer“

Wer spielt die Trompete bei „Stars, Wind and Sails“ ?
Das ist Johannes Stange, ein Jazz-Trompeter und -Posaunist aus Mannheim. Er hat das Stück mit mir und Stefan Baumann auch arrangiert. Ein sehr professioneller Musiker, der auch im Studio beeindruckend präzise und gleichzeitig emotional spielt.

„One Note“ betont die Gemeinsamkeit als Menschheitsfamilie. Wie könntest du dir vorstellen, im Großen wie im Kleinen, diese Gemeinsamkeit zu erreichen?
Durch Bildung, durch Geschichten, durch Kunst und Musik. Gemeinsames Erleben und positive Momente. Im Großen wie im Kleinen.

Nimmst du dir manchmal die Zeit in die Sterne zu gucken?
Ja. Vor allem in sternenklaren Nächten. So Men in Black mäßig, hehe. Ich fühle mich dann klein aber das ist gut. Es erinnert mich daran, dass wir alle auf einem kleinen Boot im Ozean von nichts treiben – und dass wir uns mitunter gegenseitig das Leben zur Hölle machen, obwohl wir eigentlich zusammenhalten sollten.

„Hard To Regret“: würdest du über dich sagen, das du ein Overthinker bist und länger über Dinge / Gespräche nachdenkt?
Nope, eher zu forsch und direkt und „failing forward“. Aber natürlich auch manchmal reflektierend. Manches bereue ich aber trotzdem nicht, wie bei „Hard to Regret“.

Bei „Kalamas“ hast du den Kai Biegler von Parasite Inc. mit ins Boot geholt. Wie kam es zu dieser Coop?
Kai und ich haben uns vor 2 Jahren auf einem Konzert kennengelernt und einen guten Draht gefunden. Denke das basiert auf der Liebe zur selben Art von Musik. Er hat ein wunderschönes Gitarrensolo zu „Kalamas“ beigesteuert. Hört mal rein, toller Stil!

Der Text von „By The Dawn“ hat mich verwirrt. Erzähl mir bitte etwas über deine Gedanken zu diesem Lied.
„By The Dawn“ ist inspiriert von der Koran-Sure Al-Fajr über Arm und Reich, Gerechtigkeit und Hoffnung. Es ist keine religiöse Hymne sondern eine politische. Gewissermaßen ein Aufschrei gegen Korruption und die Macht der Wenigen.

Was wäre passiert, wenn Mary den heiligen Geist vor die Tür gesetzt hätte?
Dann wäre Jesus nicht geboren worden – und die ganze Geschichte der Menschheit wäre anders verlaufen. Aber das ist nicht der Punkt. „Mary Never Wanted Jesus“ ist kein religiöses Lied oder gar anti-religiöses Lied. Es ist eine feministische Ode an die Jungfrau Maria und darauf dass sie ihre eigenen Wünsche und Träume geopfert hat um der Menschheit einen Religionsstifter zu schenken. Und dadurch selbst unsterblich wurde.

Fragen aus Neugier

Wenn du die Möglichkeit hättest, einen Punkt der Vergangenheit zu ändern, welcher wäre das?
Ich würde nichts ändern. Nicht, weil alles gut ist, sondern weil jede Erfahrung, jeder Fehler, jeder Schmerz mich zu dem gemacht hat, der ich heute bin (Zitat von den Broilers wers kennt, hehe).

Bleibt neben der Musik noch Zeit für andere Aktivitäten? (Sport / Lesen / Entspannung)
Ja ich habe eine Familie und natürlich auch noch einen normalen Beruf als Ingenieur und Teamleiter (Musik ist eher ein Draufzahlgeschäft heutzutage) und bin noch als Dozent an der Hochschule Augsburg tätig.

Mit wem würdest du gerne in der Zukunft zusammenarbeiten und was können wir noch erwarten?
Aktuell habe ich keine konkreten musikalischen Pläne, ich sammle erst einmal wieder Inspiration. Aktuell schreibe ich zudem an einem Fachbuch und einer wissenschaftlichen Publikation. Als grobe Vision für Callider würde ich gerne weiter und mehr mit Blasinstrumenten arbeiten und diese in den Metal integrieren.

Bereut man eher etwas nicht getan zu haben, oder etwas getan zu haben?
Man bereut eher, nicht getan zu haben. „Was wäre, wenn?“. Deshalb: Tu es. Auch wenn es scheitert oder wehtut.

Vielen lieben Dank für die Möglichkeit dich mit Fragen zu löchern, da du derzeit sicher viele Termine zwecks Promo hast.
Danke für die guten Fragen! Ja war schon einiges an Promoarbeit aber ich will ja auch dass die Menschen meine Musik hören. Vielleicht sieht man sich ja mal in Nürnberg auf einem Konzert oder im Club bei MoreCore oder so! Haut rein!

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Vielen Dank an United Forces PR & Callider

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